Mallersdorfer Schwestern - Kloster Mallersdorf
"Urvertrauen lernt man in der Familie" 

Pontifikalamt mit Bischof Rudolf Voderholzer – Einführung des neuen Superiors - Familienfest zum Ordenspatrozinium


Abschied und Neuanfang lagen beim diesjährigen Ordenspatrozinium am Fest der Heiligen Familie im Kloster Mallersdorf nahe beieinander. Wie alle Jahre war Diözesanbischof Dr. Rudolf Voderholzer gekommen, um mit der Ordensgemeinschaft das Patrozinium zu feiern. Die Besonderheit beim diesjährigen Familienfest: nach 11 Jahren wurde Prälat Dr. Wilhelm Gegenfurtner als "Superior emeritus" offiziell verabschiedet und Prälat Gottfried Dachauer als sein Nachfolger im Amt des Superiors eingeführt. Den Gottesdienst feierten auch Familien aus dem Klosterkindergarten "zum Schutzengel" mit und allen Kindern spendete der Bischof den Einzelsegen.    

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Im weihnachtlichen Festschmuck feierten die Schwestern gemeinsam mit  Bischof Rudolf und seinen Konzelebranten den Festtag der Heiligen Familie als Ordenspatrozinium in der Klosterkirche Mallersdorf. 

Das Kloster Mallersdorf, Mutterhaus der Armen Franziskanerinnen von der Heiligen Familie seit 1869, konnte am Freitag, dem Fest der Heiligen Familie das Patrozinium der Ordensgemeinschaft feiern. Rund 700 Schwestern überwiegend in Mallersdorf, der Pfalz, Siebenbürger und Südafrika zählen zum Orden.

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Generaloberin Sr. M. Jakobe Schmid sprach beim Patrozinium der Ordensgemeinschaft der Armen Franziskanerinnen von Mallersdorf die Fürbitten vor Bischof Rudolf Voderholzer, Superior Gottfried Dacherauer, Prälat Dr. Wilhelm Gegenfurtner, Dekan Josef Ofenbeck, Pfarrer Patrice, Pfarrer Robert Ammer und Pfarrvikar Edward Sebastian

Im weihnachtlichen Festschmuck empfing die Klosterkirche Mallersdorf am Fest der Heiligen Familie ihre Besucher, darunter stellvertretende Landrätin Barbara Unger, Bürgermeister Karl Wellenhofer und Ordinariatsrätin Maria Luisa Oefele. Nach dem feierlichen Einzug der Geistlichkeit und der Ministranten sprach Superior Prälat Gottfried Dachauer einen herzlichen Willkommensgruß an den Diözesanbischof, der diesem Fest einen besonderen Glanz verleiht. Der Gründer Paul Josef Nardini selbst habe dieses Familienfest gestiftet. "Es gibt kein schöneres, bedeutungsvolleres Fest, als dieses Familienfest, um den Amtswechsel des Superiors offiziell zu feiern und die große Ordensfamilie neu unter den Schutz der Heiligen Familie zu stellen" betonte Bischof Dr. Rudolf Voderholzer. 

In seiner Predigt blickte Bischof Rudolf auf die Menschwerdung Gottes, zu der es auch gehöre, dass Gott nicht plötzlich auf die Bühne der Welt tritt, sondern dass er Kind ist. Vermutlich hätten sich die Juden zur damaligen Zeit vorgestellt, dass plötzlich der Messias kommt, quasi aus dem Vorborgenen. Aber das Mensch- und Kindsein gehörten auch bei Jesus zusammen. Der Bischof ging auf die enorm wichtigen entscheidenden ersten Monate und Jahre eines Kindes ein, die sich bis ins hohe Alter auswirken. Er erinnerte an die wichtige Phase der Geborgenheit, an das Urvertrauen, das in dieser Zeit "erlernt" wird. Am Kindsein zeige sich wesentliches: das Angewiesensein auf Zuwendung, auf Prägendes. In der Familie lerne man die grundlegenden Umgangsformen und der Bischof erinnerte an Papst Franziskus, der für die Wörter "Bitte", "Danke" und "Sind wir wieder gut" in der Familie wirbt. So wie bei jedem Kind sei auch die religiöse Praxis in der Heiligen Familie von Nazareth für Jesus prägend gewesen. Dort wurde er mithineingenommen, hineingetaucht in sein Volk Israel, lernte Beten und konnte reifen und wachsen. "Diese verborgenen Jahre in der Familie in Nazareth kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden" resümierte der Bischof. Damit schlug er aber auch die Brücke zu den Mallersdorfer Schwestern, die gemäß ihrem Gründer in vielen Jahrzehnten versuchten, bei Kindern die aus verschiedensten Gründen auf ihre Familie verzichten mussten, Vater und Mutter zu ersetzen. Aus dem Geist des Evangeliums heraus wurde und wird auch heute noch Geborgenheit und Wärme geschenkt. Dabei bringen die Schwestern das "Mütterliche" ein und für diesen Dienst in diesem Ordenscharisma gebühre ihnen ein aufrichtiges Vergelts Gott". Der Superior übernehme den väterlichen Dienst. Er schaue im Auftrag des Bischofs auf die Ordensgemeinschaft. Dieses "Aufeinanderschauen" lasse gemeinsam wachsen, gedeihen und die richtigen Wege finden. Bischof Rudolf erinnerte an viele Begegnungen, in den der bisherige Superior Dr. Wilhelm Gegenfurtner als väterlicher Begleiter gewirkt habe und stets in großer Hochachtung von den Schwestern und ihrer Arbeit, aber auch von ihrem Gebet gesprochen habe. Nach reiflicher Überlegung, "aber dann aus ganzem Herzen" habe Prälat Gottfried Dachauer Ja gesagt zu diesem Dienst. Er bringe eine reiche Erfahrung mit aus der Arbeit in Pfarreien und der Priesterausbildung. Spezielle Grüße und Glückwünsche überbrachte der Diözesanbischof vom Passauer Bischof Stefan Oster, der seit der Kinder- und Jugendzeit eine sehr große Wertschätzung gegenüber Prälat Gottfried Dachauer hat. "Ehrwürdige Schwestern, wir haben den besten Mann für sie ausgewählt" betonte Bischof Rudolf abschließend und bat um das Gebet der Schwestern für ihren neuen Superior.

Gemeinsam mit Superior Prälat Gottfried Dachauer, Superior Emeritus Dr. Wilhelm Gegenfurtner, Dekan Josef Ofenbeck, Pfarrvikar Edward Sebastian, Pater Michael,  Pfarrer Patrice Banza Kabwende, Pfarrvikar Franz Pfeffer und Pfarrer Robert Ammer am Altar und der versammelten Schwesterngemeinschaft sowie aller Gläubigen im Gotteshaus feierte Bischof Rudolf die Heilige Eucharistie.
Den musikalischen Bestandteil der Liturgiefeier hatte der Schwesternchor mit Chorälen und Weihnachtsliedern übernommen.

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Der Schwesternchor sorgte mit herrlichem Gesang und Orgelspiel für die musikalische Gestaltung des Gottesdienstes



Am Ende des festlichen Gottesdienstes nahm sich Bischof Rudolf Zeit, um allen Kindern den Segen Gottes einzeln zuzusprechen. 
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Bischof Rudolf segnete die beiden Brüder Philipp und Moritz bei der Kindersegnung

Gemeinsam beten und gemeinsam feiern drückte anschließend das Festmahl im Franziskussaal aus, bei dem Generaloberin Sr. Jakobe Schmid freundliche Begrüßungsworte im Namen der 150 anwesenden Mallersdorfer Schwestern sprach. "Gott möge Ihnen Ihr wirken bei uns lohnen" sagte die Generaloberin zu Prälat Gegenfurtner, mit dem bereits die Verabschiedung vom Kloster gefeiert wurde und er mittlerweile in Bad Wörishofen wirkt. 

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Damit der Zuckerhaushalt immer ausgeglichen ist, überreichte Generaloberin Sr. M. Jakobe Schmid an Superior Emeritus Dr. Wilhelm Gegenfurtner etwas Süßes

Den neuen Superior Prälat Gottfried Dachauer dankte sie für sein Ja und wünschte ihm die stete Segensbegleitung des Gründers.

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Eine Reliquie des Ordensgründers, des Seligen Paul Josef Nardini erhielt der neue Superior Prälat Gottfried Dachauer von Generaloberin Sr. M. Jakobe Schmid


Herzliche Dankesworte fand Prälat Gegenfurtner und blickte auf verschiedene Stationen während seiner 11jährigen Tätigkeit als Superior, in der er vom franziskanischen Geist inspiriert und geprägt worden sei. Der neue Superior Gottfried Dachauer dankte für das Vertrauen und das Zutrauen. "Der Weg entsteht im Gehen" zitierte er aus seinem Abreißkalender und verwies auf das Zusammenfügen von so vielen guten Terminen bei der Ernennung, des ersten Amtstages und der ersten Messfeier in der Mutterhauskirche. Sein Dank galt seinem Vorgänger, der ihn auf vielfache Weise in die Arbeit eingeführt und zu vielen Terminen mitgenommen hat. "Gott möge unseren Weg behüten, dann wir es schon werden" resümierte er abschließend. Bischof Dr. Rudolf Voderholzer erinnerte an die drei großen Verabschiedungen von Prälat Gegenfurtner als wichtigen und engagierten Man in der Diözese. Mit dem Verlesen der Ernennungsurkunde dankte er Superior Dachauer für die Bereitschaft zur neuen Aufgabe, aber auch für die Sorge um "seine Pfarreien" Schönach und Riekofen, in denen er neun Jahre in schwieriger seelsorgerlicher Arbeit viele Wunden geheilt hat. Durch die Bereitstellung von jungen Pfarrvikaren sowohl in den Pfarreien als auch im Kloster Mallersdorf könne er nun den neuen Weg einschlagen. 


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