Mallersdorfer Schwestern - Kloster Mallersdorf

Aktuelles

„Lange vorher freuen wir uns schon auf das gemeinsame Wochenende, das wir als Familie im Advent in Mallersdorf verbringen können“, so immer wieder der Tenor bei den Familien, die regelmäßig nach Mallersdorf kommen. Auf dem Weg zum Weihnachtsfest nutzten die Familien die Möglichkeit bei uns zusammen zu kommen und sich gegenseitig im Glauben zu bestärken. Heuer begleitete sie das Thema: „Bereitet dem Herrn den Weg“ durch die Tage.
Aufbereitet für die verschiedenen Altersgruppen der Kinder und für die Erwachsenen war eine gute Auseinandersetzung mit dem Thema möglich. FamilienFamilien
Gemeinsam wurde gesungen, getanzt, gespielt und neue Freundschaften konnten geknüpft werden. Zusammen mit den Schwestern wurde die Vesper gebetet und zum Abschluss gestalteten alle eine Eucharistiefeier in der Herz-Jesu-Kapelle unterstützt durch eine spontan gegründete Musikgruppe. „Danke für diese Tage und, wir freuen und schon auf das nächste Mal“, war beim Abschied des Öfteren zu hören.
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Der neue Blickpunkt ...

Die Zeitschrift informiert Sie: 

 

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    - Über ein Schwerpunktthema   
    - Verschiedene Ereignisse in 
      der Ordensgemeinschaft
    - Einzelne Niederlassungen
    - Die Arbeit der Schwestern in
      Südafrika und Rumänien

 

 

 

 

 

 

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Ausstellung im Kloster und Vortrag über geistliche Frauengemeinschaften
150 Jahre Schwestern in Mallersdorf, dieses Jubiläum kann heuer das Kloster Mallersdorf feiern. In diesem Zusammenhang wurde im Kloster eine Ausstellung präsentiert zum Thema: „Kinder - Küche – Krankenzimmer. Ordensschwestern auf dem Land“, die im Jahr 2014 vom Freilandmuseum Neusath-Perschen und der Theologischen Fakultät der Universität Regensburg erstellt wurde. Federführend war hier Dr. Johann Kirchinger, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Mittlere und Neue Kirchengeschichte. Dr. Kirchinger hielt zur Ausstellung auch einen Vortrag für die Schwestern und alle Interessierten. In diesem referierte er über seine Forschungen zu geistlichen Frauengemeinschaften im 19. und 20 Jahrhundert und welche Rolle die Klöster gespielt haben, um die Frauen in ländlicher Gegend zu guten Hausfrauen zu erziehen und ihnen Erkenntnisse über Hygiene und gesunde Ernährung beizubringen. Darüber war zusätzlich in der Ausstellung höchst Interessantes zu erfahren.

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Dr. Kirchinger meinte, als Außenstehender erkenne man nur schemenhaft was es bedeute, in einer geistlichen Gemeinschaft zu leben. Er könne deshalb auch nur als Historiker und Laie die Leistungen dieser Frauengemeinschaften für die Gesellschaft darstellen. Ab Mitte des 20. Jahrhundert bis nach dem Zweiten Weltkrieg hat sich über die katholischen Gebiete Bayerns ein dichtes Netz von Niederlassungen religiöser Frauengemeinschaften gelegt. Sie monopolisierten nahezu die Bereiche Kinderbetreuung, hauswirtschaftliche Ausbildung und Krankenpflege von Mädchen und jungen Frauen. Der politisch motivierte Ausbau des Sozialstaats in dieser Zeit im ländlichen Raum wäre nach Dr. Kirchinger ohne die karitativ und pädagogisch tätigen weiblichen Kongregationen unmöglich gewesen. Nach dem Untergang der Orden in der Säkularisation, begann ein neuer Frühling geistlicher Gemeinschaften, vor allem Frauengemeinschaften. Als kennzeichnend für diese führte der Redner eine spezifische Ausbildung der Schwestern, das Hereinnehmen der zu Betreuenden in ihre Häuser und den Verzicht auf die Klausur an. Für die weibliche Bevölkerung vorwiegend im ländlichen Raum war der Eintritt in eine Ordensgemeinschaft eine ernstzunehmende Alternative zur Ehe. Für die Frauen, die den Ordensberuf wählten, haben sich Handlungsmöglichkeiten eröffnet, die angesichts der bestehenden beruflichen und gesellschaftlichen Beschränkungen für Frauen außerhalb nicht galten. Auf sie wartete ein Leben in Gemeinschaft mit Gleichgesinnten, eine Existenz ohne materielle Nöte, Absicherung bei Krankheit und Alter und ein geregeltes Arbeitsleben und sogar Karrieremöglichkeiten. Damit sah der Referent bestätigt, wie sehr die Kongregationen einerseits der christlichen Tradition entsprachen, andererseits aber für die Modernisierung weiblicher Lebensläufe bedeutsam waren und weibliche Handlungsspielräume erweiterten. Wesentliche Verdienste der Frauengemeinschaften waren die Errichtung von Kleinkinderbewahranstalten vor allem in ländlichen Raum und der Beitrag zur Modernisierung der Krankenpflege, die mit der Zeit ein spezifisch weibliches Antlitz erhielt, was vorher nicht der Fall war. Weibliche Krankenpflegorden waren im katholischen Deutschland die ersten, die Krankenpflegeschulen errichteten. So wurde in Mallersdorf 1920 die erste dieser Schulen in Bayern errichtet. 

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Kurzweilig und spannend waren die Ausführungen und gerne wurde geschmunzelt über humorvolle Anmerkungen des Referenten, der sich nach dem Vortrag noch gerne den Fragen der Zuhörerschaft stellte. Eine Diskussionen mit den Schwestern, die mit Interesse die Ausführungen verfolgt hatten, machte abschließen deutlich: trotz vieler Vorteile des klösterlichen Lebens in Bezug auf Beruf und Absicherung sei nach wie vor die Nachfolge Jesu und ein tiefer Glaube maßgeblich für eine Frau, sich für ein Leben als Ordensschwester zu entscheiden.

150 Jahre Arme Franziskanerinnen_3Abschließend bedankte sich die Ordensleitung beim Referenten mit einem "Schmankerlkorb" für seine interessanten Ausführungen.

 

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