„Vom Dunkel ins Licht“ – so war das diesjährige Franziskusfest überschrieben. In seinem Mittelpunkt stand das Gedenken an den 800. Todestag des Hl. Franziskus. Für ihn war der Tod Übergang aus dem Dunkel menschlichen Leids in das Licht der Auferstehung und in die Gemeinschaft mit Gott. Im Sonnengesang grüßt er den Tod als Schwester, die in das Leben führt.
Von überall her hatten sich Gäste auf den Weg gemacht, um mit uns nachzudenken, zu singen, zu tanzen, zu beten, zu feiern …
Zum Auftakt um 10:00 Uhr war der Franziskussaal dicht gefüllt mit einem bunt gemischten Publikum aus Jung und Alt. Generaloberin Sr. M. Jakobe Schmid hieß alle Gäste herzlich willkommen und wünschte ihnen einen bereichernden Tag mit vielen frohmachenden Begegnungen, regem Austausch und guten Gesprächen.
Impulsgedanken von Sr. M. Natale und die Schilderung des Sterbens des Hl. Franziskus durch Frau Roidl wie auch eigene Erfahrungen mit dem Tod bildeten eine gute Grundlage für den anschließenden Austausch in Kleingruppen. Angeregte Diskussionen zeigten, dass der gute Umgang mit dem eigenen Sterben in jedem Leben eine wichtige Rolle spielt.
Franziskus ging mit leeren Händen durchs Leben und mit einem wachen Herzen. Er wollte nichts festhalten, damit Gott Raum in ihm fand – eine Einladung an uns, unseren Lebensrucksack in den Blick zu nehmen. Deshalb wurden die Teilnehmenden im Anschluss an den Austausch in Kleingruppen ermuntert, sich anhand eines Lebensrucksacks zu fragen: Was trage ich alles mit mir herum? Was hält mich fest? Was sollte ich loslassen? Was möchte ich loslassen?
Aufgelockert wurde der Vormittag durch meditative Tänze, die Frau Goumou zu den Einheiten passend ausgesucht hatte und von ihr liebevoll angeleitet wurden. Die Gruppe der Wanderprediger bereicherte mit schwungvoll gesungenen Liedern.
Das herrliche Herbstwetter lud ein zum stärkenden Mittagsmahl im Freien, bestehend aus Leberkässemmel, Käsestangerl und Getränken aus der Brauerei. Es wurde bei geselligem Plausch in der wärmenden Sonne genossen.
Die zahlreichen Angebote von kreativ über meditativ, von Gespräch bis hin zum Lobpreis in der Kapelle boten für alle eine Chance, für sich etwas zu entdecken. Zum einen konnte man sich für kreatives Malen und Basteln oder für Kreistänze aus aller Welt entscheiden. Wer es lieber ruhiger hatte, für den waren die Angebote „Im Leben Zeichen setzen – wie Franziskus es getan“ oder „Auf der Spur“ wie auch die meditative Wanderung geeignet. Dazwischen bestand die Möglichkeit, sich im Begegnungscafé bei einer Tasse Kaffee und Kuchen aus der Klosterbäckerei zu erfrischen und miteinander ins Gespräch zu kommen.
Zum Abschluss des dicht gefüllten Tages feierten alle gemeinsam mit Pater Aloysius Althaus OSB in der Mutterhauskirche Gottesdienst. In seiner Predigt ging P. Aloysius noch einmal auf das Thema und die Impulse des Tages ein. Ausgerichtet an Franziskus heißt nach dem Evangelium leben, das, was wir verstehen, in unserem Leben umzusetzen. Zwei Grundsätze können dafür hilfreich sein. Zum einen: bei mir anfangen, nicht zu erwarten, dass der andere handelt. Zum anderen: Boten des Friedens sein. Der Kirchenchor der Pfarrei Mariä Himmelfahrt Ast/Waldmünchen bereicherte mit schwungvoll gesungenen, passend zum Thema des Tages gewählten Liedern den Gottesdienst. Mit Begeisterung stimmten alle in den Gesang ein, so dass der Kirchenraum widerhallte in vollem Klang. Zum Abschied gab es ein kleines Teelicht mit einem Spruch. Es soll erinnern, wir sind in unserem Leben unterwegs vom Dunkel ins Licht. Reich beschenkt durch die zahlreichen Begegnungen und Gespräche ging es wieder zurück in den Alltag. Sicher unterstreichen viele Gäste, was eine Besucherin zu Abschied sagte: „Danke! Aus diesem Tag nehme ich wieder viel Kraft mit für den Alltag!“